les cours etoilées

Bodenarbeit aus Edelstahl und Marmor in den Innenhöfen der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Neuchâtel

In Zusammenarbeit mit Simon Rösch, dipl. Architekt ETH/SIA, geb. 1952 in Bern, lebt in Basel

Die künstlerische Idee war, anstelle von Skulptur vierundvierzig Sternbild-konstellationen der Milchstrasse als Intarsien aus Edelstahl in einen Boden aus hellem, wolkigem Marmor einzulegen.

Das Werk wurde am 5. Mai 2001 der Öffentlichkeit übergeben.
Während der siebenjährigen Planungs- und Bauphase arbeiteten die Künstlerin und der Architekt mit einem Team aus Astronomen, Geologen, Computerspezialisten und Fachleuten aus der Naturstein- und Metallbranche. Mit grosser kartographischer sowie handwerklicher Präzision wurde das technisch anspruchsvolle Objekt in die vorgegebene Architektur integriert. Die 1800 qm grossen „Les Cours Etoilées“ zählen flächenmässig zu den grössten künstlerischen Realisationen im öffentlichen Raum in der Schweiz.

Die abstrakten Sternbilder der Milchstrasse, die sich über den Nord- sowie den Südhimmel erstrecken, wurden in Form von zugeschnittenen und geschliffenen Chromstahlleisten und Rondellen in einen hellen, wolkigen, den Himmelskoordinaten
entsprechend verlegten Marmorboden eingelegt. Die verbindende Hauptachse zwischen dem Süd- bzw. Nordpol (Ost- bzw. Westhof) läuft genau diagonal durch die
Mitte des überdeckten, als Cafétéria genutzten, zentralen Durchgangs. Die Pole befinden sich in der Mitte der jeweils angrenzenden nördlichen bzw. südlichen Fassaden der beiden miteinander verbundenen Innenhöfe.

Thematisch wird auf eine bleibende Aufgabe der Fakultät hingewiesen: Die Astronomie ist eines der ältesten mathematisch-naturwissenschaftlichen Orientierungssysteme der Menschheit.

Formal verstärkt die flächige, monumentale Bodenintarsie die topographische Situation des Gebäudekomplexes: Die Neubauten der Universität befinden sich am Hang auf einer Terrasse mit weiter Sicht in die Ferne und auf den Lac de Neuchâtel. Der reale Sternenhimmel dehnt sich über den offenen, weiten Innenhöfen aus und spiegelt sich im idealen, weitläufigen „Sternenboden-himmel“. Der Betrachter kann den Himmel begehen, mit Schritten vermessen oder, je höher er die gläsernen Passerellen besteigt, als unterschiedlich im Sonnenlicht reflektierendes, luftiges Spektakel geniessen.